Seite 7 - Ein Buch über das Ende und darüber hinaus

Basic HTML-Version

Interview
Herr Amm, sind Sie ein
»typischer« Bestatter?
Auf welche Qualifikationen achten Sie,
wenn Sie einen neuen Mitarbeiter
oder eine neue Mitarbeiterin einstellen?
Dann ist es also so, dass sich die
Anforderungen in den letzten 10 Jahren
geändert haben?
Und wie sind Sie selbst
zu diesem Beruf gekommen?
Sprechen wir bei Bestattern eher von
Handwerkern oder von Dienstleistern?
»Ich glaube, einen typischen Bestatter gibt es genauso
wenig, wie es den typischen Arzt oder Hotelier gibt.
Menschen, die den Beruf des Bestatters ausüben, sollten
über ein bestimmtes Charakterprofil und eine psychische
Balance verfügen.«
»Die Auswahlkriterien orientieren sich zunächst an allen
messbaren Größen – wie Schulbildung, Ausbildung sowie
beruflichen Qualifikationen. Wichtige Aspekte bei der Aus-
wahl sind jedoch auch eine Reihe so genannter ›soft skills‹
wie soziale Integrität oder empathische Fähigkeiten.«
»Wie in vielen anderen Berufen, so ist auch der Beruf des
Bestatters einem ständigen Wandel unterlegen. Das Berufs-
bild ist mit gestiegenem Kostendruck, durch den Wegfall
des Sterbegeldes im Zuge der Gesundheitsreform, sowie
durch größere Transparenz grundlegend verändert worden.
Die handwerklichen Leistungen treten in den Hintergrund
und der Dienstleistungsumfang steigt stetig.«
»Durch meinen familiären Hintergrund kam ich vor
mehr als 20 Jahren zu diesem Beruf.«
»Wie schon erwähnt ist ein Bestatter moderner Prägung
heute eher Dienstleister als Handwerker.«