Seite 81 - Ein Buch über das Ende und darüber hinaus

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Zentralfriedhof, Wien
„Der Tod muss ein Wiener sein“ heißt es in einem Lied
des österreichischen Musikers und Kaberettisten Ge-
org Kreisler. In Anbetracht des Wiener Zentralfriedhofs
kann man verstehen, dass über der österreichischen
Hauptstadt immer auch eine leicht morbide Stimmung
liegt: Mit rund drei Millionen beerdigten Menschen
und einer Fläche von gut 2,5 Quadtratkilometer ge-
hört die 1874 eröffnete „Totenstadt“ zu den größten
Friedhofsanlagen Europas. Besuchern, die wenig Zeit
mitbringen, empfiehlt sich ein Eintritt durch den
Haupteingang am zweiten Tor und ein Spaziergang zur
zentral gelegenen Karl Borromäus-Kirche. In ihrer un-
mittelbaren Nähe befindet sich auch die Präsidenten-
gruft, in der die Bundespräsidenten beigesetzt werden.
Nicht verpassen:
Von klassischen bis zeitgenös-
sischen Klängen, der Zentralfriedhof ist die letzte Ru-
hestätte legendärer österreichischer und internationa-
ler Musiker. Neben den Komponisten Strauß, Brahms,
Beethoven und Schubert ruht hier auch der 1998 ver-
storbene Popstar Falco, dessen Grab eine Pilgerstätte
für seine Fans ist. Einzig bei Mozarts Grabstätte handelt
es sich um ein Denkmal, da das musikalische Genie an
unbekannter Stelle am Sankt Marxer Friedhof beige-
setzt wurde.
www.zentralfriedhof.info
Père Lachaise, Paris
„Ein Besuch des Père Lachaise verlängert das Leben
um ein Jahr“ schrieb einst ein Autor über den be-
rühmten Friedhof. Tatsächlich ist der erste Parkfriedhof
der Welt ein mythischer Ort und letzte Ruhestätte
mythischer Persönlichkeiten. Benannt wurde Père
Lachaise nach Pater François d’Aix, seigneur de La
Chaise, dem Beichtvater des Sonnenkönigs Louis XIV.
Die Begräbnisstätte gilt als der am meisten besuchte
Friedhof der Welt und ist eine der populärsten Se-
henswürdigkeiten von Paris. Viele Besucher betreten
Père Lachaise nicht über den Haupteingang, sondern
steigen an der Station Gambetta der U-Bahn-Linie 3
aus, da sie so den Eingang in unmittelbarer Nähe von
Oscar Wildes Grab nutzen können.
Nicht verpassen:
Père Lachaise ist die letzte Ruhe-
stätte legendärer französischer Künstler wie Édith Piaf,
Yves Montand und Sara Bernardt. Auch internationale
Größen wie Maria Callas fanden hier ihren Frieden.
Oder, wie im Falle von Jim Morrison, auch nicht. Sein
Grab war in der Vergangenheit immer wieder Schau-
platz von Drogen- und Alkoholexzessen seiner Fans.
www.pere-lachaise.com