Seite 87 - Ein Buch über das Ende und darüber hinaus

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Stadtgottesacker, Halle
Eine Renaissance der Zeitlosigkeit: Infolge der Refor-
mation wurde in Halle ab 1557 der denkmalgeschützte
Stadtgottesacker ganz in der Tradition der Campo-
santo-Anlagen errichtet und ist in Deutschland einer
der letzten Vertreter dieser Bauform. Camposanto – zu
Deutsch „heiliges Feld“ – ist die italienische Bezeich-
nung für Friedhöfe. Die legendäre Stilrichtung wird
durch einen umbauten Hof gekennzeichnet. Hinter
sechs Meter hohen Mauern erinnert der rhombusför-
mige Friedhof von außen auch eher an eine Festung
und entfaltet erst im Inneren seine ganze magische
Wirkung: An der Mauer entlang bilden Schwibbögen
geöffnete Arkaden, in denen sich die Grüfte befinden.
Unbedingt sehenswert:
Der Stadtgottesacker
gilt als eines der Meisterwerke der Renaissance dies-
seits der Alpen. Zahlreiche Grüfte sind mit kunstvollen
Reliefs verziert. Auch der Innenraum der Anlage, der
1822 für Bestattungen freigegeben wurde, wird durch
aufwändige Grabsteine geschmückt.
Johannisfriedhof, Dresden
Ein Monument der Erinnerung: Niemand geringeres
als der Baumeister des Reichstagsgebäudes in Berlin,
Paul Wallot, entwarf 1894 auch das aufsehenerregende
Wahrzeichen des Dresdner Johannisfriedhofs: Eine ge-
waltige Trauerhalle im Stil der Neorenaissance, gekrönt
von einer erhabenen Kuppel. Nicht zuletzt wegen
des architektonischen Meisterwerks wurde die 1881
eingeweihte Begräbnisstätte 2011 von einer Jury zum
schönsten Friedhof Deutschlands gewählt
Unbedingt sehenswert:
Auf den 24,6 Hektar des
Johannisfriedhofs – bis 1934 größter Friedhof der Stadt
– liegen zahlreiche berühmte Söhne und Töchter der
Stadt Dresdens begraben. Unter anderem auch Felix
Martin Oberländer, der Begründer der modernen Uro-
logie. Ein Teil des Friedhofs ist den Opfern der Bombar-
dierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg gewidmet.
www.johannisfriedhof-dresden.de