Seite 89 - Ein Buch über das Ende und darüber hinaus

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Melaten-Friedhof, Köln
"Wä mich nit kennt, dä kennt Kölle nit" sagt der Kölner
Volksmund. Gleiches könnte man über den Melaten-
Friedhof sagen: Wer ihn nicht kennt, der kennt die Dom-
stadt nicht. Der Melaten-Fr iedhof liegt auf dem Areal
einer bereits im 12. Jahrhundert erwähnten Anstalt für
Kranke und Aussätzige, für "Malade". Die Kapelle des
mittelalterlichen Leprosenheimes ist in den heutigen
Friedhof integriert. Auf Geheiß Napoleons, der Beerdi-
gungen in Gemeinden und geschlossenen Gebäuden
untersagte, wurde der Melaten-Friedhof nach dem
Vorbild des Pariser Père Lachaise angelegt und 1810
eingeweiht. Von Anfang an sah die Planung vor, dass
das Gelände auch zu Erholung und als öffentliche
Grünanlage genutzt werden sollte. Aufgrund dieses
parkartigen Charakters ist der Friedhof heute inmitten
der Großstadt eine Oase für Flora und Fauna. Nach dem
zweiten Weltkrieg war er kurzzeitig auch für in Not ge-
ratene Kölner ein Zuhause: Ausgebombten diente er
als Unterschlupf und teilweise sogar als Wohnraum.
Unbedingt sehenswert:
Auch wegen der zahl-
reichen, dort bestatteten Promonienten ist der Melaten-
Friedhof ein beliebtes Ausflugsziel. So liegen hier unter
anderem der Volksschauspieler Willy Millowitsch, der
selbsternannte Volksschriftsteller Heinz G. Konsalik und
der Reichskanzler Wilhelm Marx begraben. Während des
Kölner Karnevals, der "fünften Jahreszeit", finden Füh-
rungen zu den Gräbern bekannter Karnevalisten statt.
www.melatenfriedhof.de