Bestattungsriten

Zum Begreifen gehört der Blick über den Tellerrand ­ auf Kulturen und Kulte anderer Länder und Religionen. Der Einblick in die Bestattungsrituale und den Glauben unterschiedlicher Kulturen weitet das Verständnis für das große Rätsel unserer Existenz. Wir laden ein zur Entdeckungsreise...

- Christentum

Das Christentum ist die größte Religion der Welt, mit über 2 Milliarden Anhängern.

Die Bibel überliefert, dass durch seinen Tod am Kreuz, Jesus die Menschen von all ihrer Schuld erlöste. Das Kreuz gilt aus diesem Grund als Symbol der Christen.

Innerhalb des Christentums entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Glaubensrichtungen (Konfessionen). Deren Anhänger sind Protestanten, Katholiken  und orthodoxe Christen.

Die Bestattungskultur im Christentum ist geprägt vom Glauben und der Hoffnung auf die Auferstehung. Traditionell wird im Christentum die Erdbestattung auf einem Friedhof durchgeführt, Feuerbestattungen nehmen regional zu. Die Grabstätten sind grundsätzlich zu kennzeichnen und den anonymen Grabstätten vorzuziehen. Denn wer bei der Taufe vor Gott benannt wurde, soll nach dem Tod nicht als anonymes Wesen bestattet werden.

Die Bestattungsrituale folgen fest gefügten Regeln. Individuelle Akzente sind dennoch nicht ausgeschlossen. Rituale der Bestattung beinhalten die Trauerrede, welche begleitet wird von Musik und Gesang,  Fürbittgebete, Bibel Lesungen, die Predigt und den Segen. Im Anschluss der Trauerfeier findet der Leichenschmaus statt. Alle Elemente stehen für die Erinnerung an den Verstorbenen und sind ein wichtiges Moment des Gedenkens.

In der Glaubensvorstellung eines Christen ist der Tod die Trennung von Leib und Seele. Der Körper vergeht, doch die Seele ist unsterblich.

- Islam

1,2 Milliarden Muslime gehören weltweit dem Islam an, von denen 90% Sunniten und 10% Schiiten sind.

Der Glaube an Allah als einzigen Gott und die Anerkennung Muhammads als göttlichen Gesandten sind der Kern des Glaubensbekenntnisses aller Muslime. Als Zentrum des religiösen Lebens wird Mekka betrachtet.

Zur islamischen Bestattung gibt es abweichende Traditionen zu beachten. Eigentlich sollte die Bestattung am Todestag stattfinden. In Deutschland erlaubt das Bestattungsgetzt  die Bestattung erst nach 48 Stunden.

Der Verstorbene wird von seinen muslimischen Angehörigen einer rituellen Waschung unterzogen in einem dafür vorgesehen Raum auf dem Friedhof. Der Raum für die Trauerfeier sollte frei von christlichen Symbolen sein.

Danach wird der Verstorbene in Leinentücher gewickelt  und in einen Sarg gebetet. Die Angehörigen rezitieren Gebete aus dem Koran und holen sich geistlichen Beistand.

Am Leichenzug nehmen nur die Männer teil.

Der Verstorbene wird mit dem Gesicht in Richtung Mekka bestattet, wobei auf der Grabstätte ein ewiges Ruherecht möglich sein muss. Grabschmuck oder Grabpflege sind nicht vorgesehen.

Nach der Bestattung folgt eine 40 tägige Trauerzeit, für die Verwandten wird danach ein Trauermahl gegeben. In der Trauerzeit wird allen weltlichen Freuden entsagt.

- Hinduismus

850 Millionen Hindus gehören weltweit der Glaubensrichtung an.

Der Hinduismus ist als „Religionsfamilie“ zu verstehen, da er anders als die meisten Religionen keine heilige Schrift besitzt und keine einheitliche Lehre.

Das zentrale Symbol, die Silbe „aum“, ist Ausdruck der Schöpfung, Erhaltung und der Zerstörung.

Der Tod ist wird nicht als Ende verstanden, sondern als große Reise, die einen Übergang darstellt.

Die Feuerbestattung erlaubt der Seele die Reise ins Jenseits und damit die Wiedergeburt im irdischen Leben.

Aus dem Kreislauf der Wiedergeburt ergibt sich die Erlösung der Seele.

Der Körper des Verstorbenen wird gewaschen, ein Totengebet wird gesprochen. Der Verstorbene wird eigentlich öffentlich verbrannt, was nach dem Bestattungsrecht in Deutschland nicht möglich ist, daher erfolgt die Verbrennung im Krematorium.  Die Angehörigen geben dem Verstorbenen Blumen, Obst, Reis und Süßigkeiten mit auf seine Reise.

Die Asche wird in Deutschland in einer Urne auf einem Friedhof bestattet, in Indien werden die Aschereste des Verstorbenen in Tücher gehüllt und dem Heiligen Fluss Ganges übergeben.

- Buddhismus

Weltweit werden cirka 400 Millionen Menschen den verschiedenen buddhistischen Gemeinden und Richtungen zugerechnet.

Zentrale Punkte des Buddhismus sind das Leben Buddhas und seine Lehren, die durch  das Rad mit seinen acht Speichen symbolisch dargestellt werden. Es steht für den ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt.

Der Tod wird als Bestandteil des Lebens wahrgenommen. Der Körper wird verbrannt, wiedergeboren werden die Ergebnisse aus den guten oder schlechten Taten eines Lebens, welche als Karma bezeichnet werden. Die Wiedergeburt erfolgt so lange, bis die Erleuchtung erreicht ist.

Der Tod wird nicht als trauriges Ereignis erfahren, sondern als ein Fest. Der Ritus erfordert, dass der Tote aufgebahrt wird und die Abschiednahme durch Hinterbliebene und Trauergäste in gemeinsamen Gesängen und Liedern vollzogen. Buddhistische Mönche begleiten die  Abschiedszeremonie mit Gebeten und Ritualen. Die Angehörigen bringen zur Trauerfeier Opfergaben wie Kerzen, Weihrauch, Blumen, Essen und Wasser, welche eine symbolische Bedeutung haben.

Nach der Einäscherung der Körpers des Verstorbenen, wird die Asche in einer Urne auf einem Friedhof  oder in einem Kolumbarium beigesetzt.

- Judentum

Zahlenmäßig ist das Judentum mit seinen 14,4 Millionen Anhängern eine kleine Religion.

Als Symbol jüdischer Identität gilt der Davidstern und Menora (siebenarmiger Leuchter).

Bei allen unterschiedlichen Auffassungen über den Tod und ein mögliches Weiterleben nach dem Tode, ist gemeinsam, dass vom Grundsatz her von einem Weiterleben nach dem Tod ausgegangen wird.

Wichtiger als Spekulationen über das Leben nach dem Tod ist die Erfahrung der Nähe Gottes im diesseitigen Leben durch seinen - sichtbaren und unsichtbaren - Segen.

Da der Tote im Grab bis zur leiblichen Auferstehung am jüngsten Tage ruht, sind Erdbestattungen verbindlich.

Diese müssen so schnell wie möglich nach dem Tode erfolgen, da die Seele erst dann aus der ewigen Ruhe aufsteigen kann.

Mit dem Tod sind alle Juden wieder gleich, die Kleider sind weiß und der Sarg eine einfache Holzkiste.

In der heiligen Erde Israels werden die Toten im Leinengewand beigesetzt, außerhalb Israels wird symbolisch etwas von der heiligen israelischen Erde in den Sarg gegeben.

Gewaschen und bekleidet wird der Tote durch die Gemeinde.

Die Beisetzung erfolgt ohne Musik und Blumen. Beim Begräbnis werden Psalmen zitiert.

Die Trauergäste werfen Erde auf den Sarg. Das Grab wird durch einen Grabstein gekennzeichnet, auf den die Besucher kleine Steine legen, als Zeichen der Erinnerung an den Verstorbenen.

Die Trauernden werden in der sozialen Gemeinschaft gehalten, es erfolgen gemeinsame Essen und es wird Trost gespendet. Für die Einhaltung der Vorschriften gibt es gesonderte jüdische Friedhöfe, auf vielen städtischen Friedhöfen sind gesonderte jüdische Grabfelder geschaffen, um die ewige Ruhe zu ermöglichen.

Die siebentägige Trauerwoche schließt sich an die Beerdigung für die Hinterbliebenen an.

 

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